Komparsensprecher beim Radio

Am 19.04.2008 verfasst von EssWeh in Diskussionsbedarf.

Hallo, hier ist der Michael.

Ich habe bei Hit-Radio Antenne 1 über 100 Liter Benzin beim “großen Hit-Radio Antenne 1-Zocker-Zapfen” gewonnen. Endlich konnte ich meinen Job an den Nagel hängen, habe mir meine Traumvilla auf Mallorca geleistet und den Mondeo gegen einen Cayenne eingetauscht, bevor ich den Rest diversen wohltätigen Zwecken spendete. Ich bin so super happy, endlich hat mich das Glück mal heimgesucht! Juhuuuu! Nie wieder arbeiten, endlich sorgenfrei dank Hit-Radio! Ich liebe euch!

Vielleicht nicht mit all diesen Einzelheiten, aber durchaus nicht weniger übertrieben euphorisch lauten die begeisternden Gewinnertexte der glücklichen Gewinnspielgewinner im Radio. Jetzt würde ich doch gerne mal einen einzigen solchen Gewinner kennen lernen. Bitte, wer kennt einen, der einen kennt usw. Ich muss unbedingt in Erfahrung bringen, ob derlei maßlos aufbauschende Lobhudelei aus freien Stücken geschieht oder ob den Stimmgebern zusätzliche (finanzielle) Vorteile ausgeschüttet werden.

Oder unterschätze ich das Wertpotenzial von 100 Liter Benzin etwa?

Redundante Akronyme

Am 15.02.2008 verfasst von EssWeh in Sprachkonsum.

Überwiegend, jedoch nicht ausschließlich in informationstechnischen Texten stolpere ich häufig über diesen kleinen, unscheinbaren Fehler, der meistens wohl auf eine beliebige Kombination aus Unkenntnis, Unbekümmertheit und Ungenauigkeit zurückzuführen ist. HTTP-Protokoll, HIV-Virus, LCD-Display - all dies sind Prachtexemplare dieses sprachlichen Phänomens redundanter Information: dem Doppelmoppelfehler - einschlägig bekannt als redundantes Akronym.

Und irgendwie lässt mich die Vermutung nicht mehr los, dass das redundante Akronym in den meisten Gebrauchsfällen zu der seltenen Gattung der absichtlich gemachten Fehler (ich taufe sie mal auf den Namen erratum volens, falls sie noch namenlos sein sollten) gehört. Denn Sätze wie “Schick mir das Dokument mal im PDF.” oder “Er leidet am HIV.” hören sich doch sehr seltsam und holperig an, obwohl korrekt. Dann lieber: “Schick mir das Dokument mal im PDF-Format.” und “Er leidet am HIV-Virus.” - klingt irgendwie richtiger, da verständlicher, ist aber streng genommen eigentlich falsch.

Und ich befürchte, arg viele Alternativen zu einer korrekten und trotzdem verständlichen Schreibweise gibt es nicht. Zum einen könnte man das Akronym einfach jedes Mal ausschreiben (”Er leidet am Humane-Immundefizienz-Virus.”), was aber vor allem bei längeren Akronymen die Textlänge unnötig vergrößert und den Text auch nicht gerade auflockert. Zum anderen könnte man versuchen, die Verwendung eines redundanten Akronyms zu umgehen, indem man ein anderes Wort an das Akronym anhängt, das nicht dem letzten Wort des Akronyms entspricht, z. B. “Schick mir das Dokument mal als PDF-Datei.”, was aber nicht immer so leicht möglich ist.

Was also kann gegen die PIN-Nummer, das CMS-System und die ABM-Maßnahme unternommen werden? Verständlichkeit alleine kann doch kein Argument für die Verwendung solcher rekursiven Akronyme sein. Oder etwa doch?

Eine gängige Methode ist zudem, ein Akronym bei der ersten Verwendung hinter die ausgeschriebene Bedeutung in Klammern zu setzen und bei jedem folgenden Auftreten nur noch das (nicht-redundante) Akronym zu verwenden.

Warum rudern immer alle zurück?

Am 17.01.2008 verfasst von EssWeh in Sprachkonsum.

Auf welche Bedeutung ist eigentlich dieses ominöse Wörtchen Zurückrudern zurückzuführen, das häufig synonym zu verbalen Gegenangriffen in über die Medien öffentlich ausgefochtenen Meinungsverschiedenheiten (z. B. zwischen zukünftigen Bayern-Trainern und solchen, die es gerne geworden wären) oder zur nachträglichen Relativierung einer anfänglich zu optimistisch/wohlwollend/übertrieben geäußerten Information (wie es z. B. hessischen Ministerpräsidenten gerne passiert) verwendet wird? Der Duden kennt es jedenfalls nicht. Der Duden 2.0, also Google, kennt es selbstverständlich in allen Formen. Doch woher kommt es? Google findet, zumindest unter meiner Bedienung, jedenfalls keine Seite, die eine Antwort wüsste. Daher will ich mich mal versuchen: Mehr »

Das Phänomen kurz hintereinander auftretender Neuinformation

Am 05.10.2007 verfasst von EssWeh in Seltwürdiges.

Dieses Phänomen hat sicher jeder schon einmal bemerkt. Heute war es bei mir mal wieder so weit. Nachdem ich es in dieser Woche bereits zweimal wahrgenommen hatte, bekam ich heute zum dritten Mal das Wort “Abgasrückführventil” um die Ohren geschmettert. Mehr als stolze 25 Jahre durfte es sich meiner souveränen Unkenntnis gewiss sein (wie auch so manch anderes Wort aus dem Bereich der Kraftfahrzeugtechnik). Und jetzt erfahre ich es innerhalb weniger Tage gleich mehrfach. Und das in völlig verschiedenen Situationen und Zusammenhängen.

Ist das (un)kalkulierbarer Zufall oder durch das Unter(un)bewusstsein gesteuerter Informationsgewinn?

Filme und Flagge der Vereinigten Staaten

Am 30.03.2007 verfasst von EssWeh in Seltwürdiges.

Die Flagge der Vereinigten Staaten - Stammrequisite in US-Filmen?Seit Jahren des hemmungslosen Fernsehkonsums beobachte ich in jedem nordamerikanischen Film, egal ob Minenbombe oder C-Filmchen, immer das gleiche Phänomen: Stets ist in irgendeiner Szene mindestens für den Bruchteil einer Sekunde die Flagge der Vereinigten Staaten zu sehen. Ob das nun ein politischer Nervenkitzler oder eine zutiefst unkomische Allerweltskomödie ist, spielt dabei keine Rolle* - die Flagge findet immer ein gemütliches Fahnenstängchen, ein sonniges Plätzchen an der Wand, ein todmodernes Kleidungsstück oder eine sonstige Zierform, mit Hilfe derer sie sich uns präsentieren kann. Mehr »

Der rollende Busch

Am 05.02.2007 verfasst von EssWeh in Seltwürdiges.

In vielen Western und Straßenfilmen ist er (neben in der Ferne bellenden Hunden oder leise hauchenden Windböen) ein beliebtes, da bildliches Stilmittel zur Beschreibung von Trostlosigkeit, Abgeschiedenheit und Stille: Der vertrocknete Busch, der durchs Bild rollt. Doch wo kommt er her? Wie entsteht er? Und vor allem, wo rollt er hin? Mehr »

Die Wissenschaft hat festgestellt …

Am 29.11.2006 verfasst von AhEss in Diskussionsbedarf.

Foodwatch holt zum Rundumschlag aus: Zimtsterne sollen aus den Regalen der Supermärkte verschwinden! Der Grund? Die starke Cumarinbelastung der Zimtsterne soll Leberschäden und sogar Krebs verursachen können. Der erlaubte Grenzwert von 2mg Cumarin pro kg Lebensmittel sei bis zu 40fach überschritten worden, heißt es. Mehr »

Captcha - Fluch ohne Segen

Am 16.11.2006 verfasst von EssWeh in Seltwürdiges.

Wir alle kennen Sie: Die niedlichen, immer kryptischer wirkenden visuellen Bestätigungsaufforderungen, die bei fast jeder Foren-, Shop- oder Portal-Registrierung zum Einsatz kommen, um sicherzustellen, dass der Registrator kein böses Computerskript, sondern ein gewilltes Menschlein mit besten Absichten ist. Diese Dinger schimpfen sich mit dem Namen Captcha, was auf Neudeutsch so viel bedeutet wie Completely Automated Public Turing-test to tell Computers and Humans Apart und sehen zum Beispiel wie folgt aus:

Konsumidioten-Captcha

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Der Apfel und seine Schale

Am 07.10.2006 verfasst von EssWeh in Diskussionsbedarf.

Erst einmal, worum es eigentlich geht:
In den letzten Wochen versucht die Firma Apple vermehrt, sich durch seine Marke “iPod” auch das alleinige Recht zu sichern, den Begriff “pod” (zu deutsch so viel wie “Schale”) generell im Zusammenhang mit elektronischen Musikabspielgeräten oder -diensten verwenden zu dürfen. Mehr »

Der Neukauf und die EC-Karten

Am 24.09.2006 verfasst von EssWeh in Diskussionsbedarf.

Neukauf - EC-Feind?

Neulich war Mann mitsamt Weibe seit langem einmal wieder im Neukauf zum Einkaufen - aus Gründen des Glasflaschenbiers (im Penny gibts nur Plastik-Gesöff). So tuckerten wir durch den Laden, um nebst Bier das Allernötigste zusammen zu suchen und stellten uns schlussendlich an der Kasse an. Nach kurzem Scannen der Waren teilte die nette Verkäuferin uns dann die Endsumme mit: 7,93 €. Gewohnt wie immer und in geübter Souveränität zückte ich meine EC-Karte, um den Schuldbetrag zu tilgen. Dann passierte es, das gleichermaßen Unfassbare wie Unerwartete: Mehr »

Ein zweiter DFB-Pokal?

Am 08.09.2006 verfasst von EssWeh in Diskussionsbedarf.

Die DFL (Deutsche Fußball Liga GmbH) betreibt momentan heftige Überlegungen bezüglich des Premiere-Liga-Pokals, der bisweilen in den zwei Wochen vor Beginn der Bundesliga-Saison stattfand und sowohl unter den Vereinen als auch unter den Fans nicht über ein Schattendasein als “Vorbereitungsturnier” hinauskam. Mehr »