Redundante Akronyme

Am 15.02.2008 verfasst von EssWeh in Sprachkonsum.

Überwiegend, jedoch nicht ausschließlich in informationstechnischen Texten stolpere ich häufig über diesen kleinen, unscheinbaren Fehler, der meistens wohl auf eine beliebige Kombination aus Unkenntnis, Unbekümmertheit und Ungenauigkeit zurückzuführen ist. HTTP-Protokoll, HIV-Virus, LCD-Display - all dies sind Prachtexemplare dieses sprachlichen Phänomens redundanter Information: dem Doppelmoppelfehler - einschlägig bekannt als redundantes Akronym.

Und irgendwie lässt mich die Vermutung nicht mehr los, dass das redundante Akronym in den meisten Gebrauchsfällen zu der seltenen Gattung der absichtlich gemachten Fehler (ich taufe sie mal auf den Namen erratum volens, falls sie noch namenlos sein sollten) gehört. Denn Sätze wie “Schick mir das Dokument mal im PDF.” oder “Er leidet am HIV.” hören sich doch sehr seltsam und holperig an, obwohl korrekt. Dann lieber: “Schick mir das Dokument mal im PDF-Format.” und “Er leidet am HIV-Virus.” - klingt irgendwie richtiger, da verständlicher, ist aber streng genommen eigentlich falsch.

Und ich befürchte, arg viele Alternativen zu einer korrekten und trotzdem verständlichen Schreibweise gibt es nicht. Zum einen könnte man das Akronym einfach jedes Mal ausschreiben (”Er leidet am Humane-Immundefizienz-Virus.”), was aber vor allem bei längeren Akronymen die Textlänge unnötig vergrößert und den Text auch nicht gerade auflockert. Zum anderen könnte man versuchen, die Verwendung eines redundanten Akronyms zu umgehen, indem man ein anderes Wort an das Akronym anhängt, das nicht dem letzten Wort des Akronyms entspricht, z. B. “Schick mir das Dokument mal als PDF-Datei.”, was aber nicht immer so leicht möglich ist.

Was also kann gegen die PIN-Nummer, das CMS-System und die ABM-Maßnahme unternommen werden? Verständlichkeit alleine kann doch kein Argument für die Verwendung solcher rekursiven Akronyme sein. Oder etwa doch?

Eine gängige Methode ist zudem, ein Akronym bei der ersten Verwendung hinter die ausgeschriebene Bedeutung in Klammern zu setzen und bei jedem folgenden Auftreten nur noch das (nicht-redundante) Akronym zu verwenden.

Sitz- und Liegemobiliar

Am 02.02.2008 verfasst von EssWeh in Zugeschlagen.

Die Schlagzeilen der technikaffinen Medien werden überwiegend von tragbaren, multimedialen, eierlegenden Wollmilchsäuen, mit denen man manchmal sogar telefonieren kann, beherrscht. Dieser Beitrag wird daher zur Abwechslung mal Konsumgütern gewidmet, auf deren treue Dienste sich die Menschheit schon seit Äonen verlässt: Stühlen, Betten und sonstigem Sitz- und Liegemobiliar.

Ein Bett zum Schaukeln

Denn nicht nur Technikgeräte machen werden mobil: So lässt einen z. B. diese Stuhlidee nirgends mehr im Regen stehen. Sondern sitzen. Mit diesem Bett wird zudem jede langweilige Nacht zu einer Achterbahnfahrt, vor allem wenn das Schlafzimmer direkt ans Treppenhaus angrenzt. Schnarchende Bettnachbarn kann man damit sicher auch hervorragend zum Schweigen wippen. Oder man lässt es das vibrationsempfindliche Bett selber tun. Apropos Bettnachbarn - diese lassen sich mit dem Sharing Pillow sicher sehr effektiv auf Distanz halten, um peinliche, natürlich völlig ungewollte Situationen zu vermeiden. Nach einer mehr oder weniger geruhsamen Nacht freut man sich dann am nächsten Tag auf seinen neuen Bürostuhl, der vor allem die Arbeit am Rechner sicherlich enorm erleichtert. In den Arbeitspausen freut man sich dafür um so mehr auf ruhige, entspannte Minuten auf der durch magnetische Abstoßungskräfte zum schweben ermächtigten Liege. So, ich muss nun leider aufhören, die Batterien meines Bürostuhls sind alle und ich muss noch das neueste Firmware-Update für mein Bett herunterladen. Schönes Wochenende.

[Ideen via Ehrensenf, Gizmodo usw.]