Lieber nie als immer nicht
Am 19.04.2007 verfasst von EssWeh in Sprachkonsum.
“Wieso probierst du es nicht noch einmal?”
“Ach, dabei hatte ich doch immer kein Glück. Außerdem hat das doch immer nicht so richtig funktioniert.”
Sätze wie letzteren höre ich andauernd. Erstens, weil ich selber oftmals ähnliches zusammenschustere und zweitens, weil mein Umfeld mindestens ebenso gut darin ist wie ich.
Doch wie kamen wir eigentlich auf die Idee, statt dem simplen Wörtchen nie die längeren, umständlicheren Varianten immer kein oder immer nicht zu verwenden? Es geschieht das, was jedes Mal geschieht, wenn ich mich so etwas Frage: Ich erinnere mich immer nicht mehr daran.
Jedenfalls gelobe ich Besserung und rufe hiermit dazu auf, sich mir anzuschließen: Sagt nie immer nicht und niemals immer kein! Verwendet lieber nie!
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02.05.2007 am 15:50 Uhr
Ich bin ja der festen Überzeugung, dass es einen inhaltlichen Unterschied zwischen “NIE” und “IMMER NICHT” gibt, der gleich dem Unterschied zwischen “each” und “every” ist. Also das “nie” handelt von einer Gesamtheit, das “immer nicht” von einer Reihe einzelner Vorkommnisse. Also, “jedes einzelne Mal”.
Interessanterweise scheint “immer nicht” ja deutlich eher im Norddeutschen Raum angesiedelt zu sein, was die Idee mit dem Englischen Ansatz auch ein wenig stärker glaubhaft erscheinen läßt.
Es leben das “immer nicht”, jedes einzelne Mal wieder!
02.05.2007 am 16:25 Uhr
Stimmt, interessanter Ansatz! Unterschied zwischen Gesamtheit und einzelner Vorkommnisse - an diese Unterscheidung habe ich auch schon gedacht. Aus rein sprachlicher (und aussagenlogischer) Sicht ist es trotzdem seltsam, denn immer nicht und nie meinen ja eigentlich das gleiche.
Zudem gibt es da ja noch das grausame “immer nie”. Das ist dann aber wirklich nicht mehr zu erklären, sondern einfach Ausgeburt umgangssprachlicher Phrasenneuschöpfung … oder? ;)