Superschnäppchen zu gewinnen

Am 08.10.2006 verfasst von ErrHah in Lockvogelangebot.

SuperschnäppchenEs ist genauso einfach wie verblüffend … Was tut ein Verkäufer, wenn seine Angebote durchweg als Sonderangebote beworben werden und nicht mehr auffallen? Zunächst beginnt er Angebote noch attraktiver als Schnäppchen zu bezeichnen, welche laut ursprünglicher Definition seinerseits aber gar nicht als solche ausgewiesen werden dürften. Ein Schnäppchen macht der Käufer aufgrund eines unbedacht gesenkten Preises und eher im Einzelfall. Gleichwohl, es gibt mittlerweile genug beworbene Schnäppchen zu Preisen, die so unbedacht und versehentlich niedrig sind, dass sie in tausendfacher Auflage in großen roten Lettern abgedruckt werden und sich damit unheimlich speziell und einmalig an den glücklichen Schnäppchenkäufer wenden.

Was tun jedoch, wenn auch solche “Schnäppchen” nicht mehr das gewünschte Interesse der Käuferschaft erzielen? Eine bewährte Faustregel scheint zu sein, zunächst das Wort selbst zu übertrumpfen. So wird aus dem Schnäppchen zu allererst das “Superschnäppchen”. Aber diese offeriert auch die unverschämt nachäffende Konkurrenz ihren Kunden, genau wie jene Gewinnspiele, die einst auch mal mehr von großen Gewinnen träumende ostdeutsche Hartz IV-Empfänger zur Teilnahme bewegten, als in letzter Zeit. Also wie wäre es denn mit einer Innovation - einer genialen Kombination dieser beiden Dinge? Genau, man verlost Superschnäppchen. Man lässt den Kunden gewinnen und zahlen - genial.

10 % bezahlen - 90 % gewinnen

So könnte das dann als Werbespruch aussehen, pardon, so sieht das bereits als Werbespruch aus. Obi macht es vor. Und werben lässt sich damit toll. Zum einen mit dem Gewinn, zum anderen mit den jetzt echten Schnäppchenpreisen. Beides für sich sieht toll aus. Egal, was dem Betrachter zuerst ins Auge fällt; wer möchte keine Sauna für 69 € statt 690 € ergattern und wer möchte nicht auch mal etwas gewinnen? Und dass man erst gewinnen muss, um überhaupt erst das Schnäppchen machen zu können, soweit kann und will das Gros der Käuferschaft vermutlich eh nicht denken. Schon gar nicht soweit, sich zu fragen, warum Gewinne nicht mehr 100 % kostenfrei sind …

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