Der Neukauf und die EC-Karten

Neulich war Mann mitsamt Weibe seit langem einmal wieder im Neukauf zum Einkaufen - aus Gründen des Glasflaschenbiers (im Penny gibts nur Plastik-Gesöff). So tuckerten wir durch den Laden, um nebst Bier das Allernötigste zusammen zu suchen und stellten uns schlussendlich an der Kasse an. Nach kurzem Scannen der Waren teilte die nette Verkäuferin uns dann die Endsumme mit: 7,93 €. Gewohnt wie immer und in geübter Souveränität zückte ich meine EC-Karte, um den Schuldbetrag zu tilgen. Dann passierte es, das gleichermaßen Unfassbare wie Unerwartete:
Die Verkäufern zog die Brauen hoch und belehrte uns mit den Worten: “EC-Karten-Zahlungen sind bei uns erst ab 10 € möglich“.
Wir waren schockiert. Eine Welt brach zusammen. Keinerlei Vorwarnung, weder durch Schild noch Hinweiszettel. In meiner ersten Enttäuschung stammelte ich verständnissuchend die Frage nach dem “warum” zusammen, doch der Antwort mangelte es an klärendem Inhalt, lediglich ein “ist bei uns halt so” schwappte der Verkäuferin über die Lippen. Nachdem ich dieselbe dann auf die Abstinenz jedweder Hinweisanbringung aufmerksam gemacht und in einem Nebensatz erwähnt hatte, dass man seine Einkäufe dann eben in Zukunft bei der Konkurrenz, die keine Einschränkungen bezüglich der EC-Karten-Zahlweise vornehmen würde, tätigen müsse, erbarmte sie sich und ließ den Plastikkarten-Zahlvorgang doch noch zu - als Ausnahme.
So. Welche Schlüsse ziehen wir aus diesem Vorfall? Generell erst einmal keine, denn: Kann man “Schlüsse” wirklich ziehen? Dann müsste man ja auch “Anfänge” ziehen können, oder? Ach herrje, ich schweife schon wieder ab … Zurück zum Thema.
Welches Interesse hat der Neukauf daran, EC-Karten-Zahlungen erst ab einem Betrag von mindestens 10 € zu gestatten?
Ich konnte im weltweiten Netz keinerlei Funde bezüglich dieses Sachverhalts ausfindig machen, daher bleiben mir nur Vermutungen.
- Der technische Grund hinkt, denn: Sie hat es ja doch noch gemacht, es ist also technisch möglich.
- Ein offensichtlicher Grund könnte sein, dass irgendwer in der Abrechnungsetage zu faul ist, die Kartenzahlungen nachzuvollziehen und diese daher versucht zu reduzieren - wohl also bürokratisch-motiviert.
- Ein wirtschaftlicher Grund könnte darin bestehen, dass manche Konsumenten sich dann gezwungen fühlen werden, nicht mit Waren unter einem Wert von 10 € an der Kasse zu erscheinen. Denn man zahlt ja heutzutage, v. a. wenn man Teil einer der jüngeren Generationen ist, bevorzugt mit unbaren Zahlungsmitteln.
- Ein humaner, kundenfreundlicher Grund: Leute, bezahlt doch einfach bar, dann gebt ihr weniger aus … öhm, ok, sehr unwahrscheinlich.
- Ein Sicherheitsgrund: EC-Karten-Betrügereien sind statistisch vielleicht häufiger als Falschgeld-Pfusch? (Falls jemand eine tolle Statistik findet, bitte melden!) Aber dann ergäbe diese Art von Einschränkung ja überhaupt keinen Sinn.
Weitere Gründe oder Verschwörungstheorien sind peinlichst erwünscht! Egal ob kultureller, sozialer oder welcher Natur auch immer. Wir werden den Beitrag dann um die weiteren Vermutungen ergänzen. Vielleicht stolpert ja sogar jemand über die Wahrheit …













19.07.2007 am 19:14 Uhr
Bei zu niedrigen Beträgen zehren wohl die Gebühren zu stark am Gewinn. Ich vermute einfach mal, dass die nicht linear-proportional zum Umsatz sind.