Diskriminierende Software
Gerade bin ich beim Durchstöbern der Konfigurationsmöglichkeiten einer von mir verwendeten Anti-Spyware-Software (zu gut deutsch: Gegenbespitzelungsprogrammeprogramm) über folgende Option gestolpert:

Gerade bin ich beim Durchstöbern der Konfigurationsmöglichkeiten einer von mir verwendeten Anti-Spyware-Software (zu gut deutsch: Gegenbespitzelungsprogrammeprogramm) über folgende Option gestolpert:

Nie wieder “20% auf alles, außer Tiernahrung”. Dass man darauf jetzt erst kam, wo es doch schon seit Jahren in dem ein oder anderen seriösen Blog vor diesbezüglichen Vermutungen nur so sprudelt.
[via AhEff] ;)
Auf der Suche nach einem neuen digitalen SAT-Receiver bin ich auf das folgende lukrative Angebot gestoßen:

“> 1 Watt”? Klasse, den nehm ich! Das nenne ich doch mal eine exakt bemessene und kundenfreundliche Angabe! Da war wohl gerade der für die Mathematik zuständige Teil des Schreiberhirns auf Stand-by.
Hallo, hier ist der Michael.
Ich habe bei Hit-Radio Antenne 1 über 100 Liter Benzin beim “großen Hit-Radio Antenne 1-Zocker-Zapfen” gewonnen. Endlich konnte ich meinen Job an den Nagel hängen, habe mir meine Traumvilla auf Mallorca geleistet und den Mondeo gegen einen Cayenne eingetauscht, bevor ich den Rest diversen wohltätigen Zwecken spendete. Ich bin so super happy, endlich hat mich das Glück mal heimgesucht! Juhuuuu! Nie wieder arbeiten, endlich sorgenfrei dank Hit-Radio! Ich liebe euch!
Vielleicht nicht mit all diesen Einzelheiten, aber durchaus nicht weniger übertrieben euphorisch lauten die begeisternden Gewinnertexte der glücklichen Gewinnspielgewinner im Radio. Jetzt würde ich doch gerne mal einen einzigen solchen Gewinner kennen lernen. Bitte, wer kennt einen, der einen kennt usw. Ich muss unbedingt in Erfahrung bringen, ob derlei maßlos aufbauschende Lobhudelei aus freien Stücken geschieht oder ob den Stimmgebern zusätzliche (finanzielle) Vorteile ausgeschüttet werden.
Oder unterschätze ich das Wertpotenzial von 100 Liter Benzin etwa?
Überwiegend, jedoch nicht ausschließlich in informationstechnischen Texten stolpere ich häufig über diesen kleinen, unscheinbaren Fehler, der meistens wohl auf eine beliebige Kombination aus Unkenntnis, Unbekümmertheit und Ungenauigkeit zurückzuführen ist. HTTP-Protokoll, HIV-Virus, LCD-Display - all dies sind Prachtexemplare dieses sprachlichen Phänomens redundanter Information: dem Doppelmoppelfehler - einschlägig bekannt als redundantes Akronym.
Und irgendwie lässt mich die Vermutung nicht mehr los, dass das redundante Akronym in den meisten Gebrauchsfällen zu der seltenen Gattung der absichtlich gemachten Fehler (ich taufe sie mal auf den Namen erratum volens, falls sie noch namenlos sein sollten) gehört. Denn Sätze wie “Schick mir das Dokument mal im PDF.” oder “Er leidet am HIV.” hören sich doch sehr seltsam und holperig an, obwohl korrekt. Dann lieber: “Schick mir das Dokument mal im PDF-Format.” und “Er leidet am HIV-Virus.” - klingt irgendwie richtiger, da verständlicher, ist aber streng genommen eigentlich falsch.
Und ich befürchte, arg viele Alternativen zu einer korrekten und trotzdem verständlichen Schreibweise gibt es nicht. Zum einen könnte man das Akronym einfach jedes Mal ausschreiben (”Er leidet am Humane-Immundefizienz-Virus.”), was aber vor allem bei längeren Akronymen die Textlänge unnötig vergrößert und den Text auch nicht gerade auflockert. Zum anderen könnte man versuchen, die Verwendung eines redundanten Akronyms zu umgehen, indem man ein anderes Wort an das Akronym anhängt, das nicht dem letzten Wort des Akronyms entspricht, z. B. “Schick mir das Dokument mal als PDF-Datei.”, was aber nicht immer so leicht möglich ist.
Was also kann gegen die PIN-Nummer, das CMS-System und die ABM-Maßnahme unternommen werden? Verständlichkeit alleine kann doch kein Argument für die Verwendung solcher rekursiven Akronyme sein. Oder etwa doch?
Eine gängige Methode ist zudem, ein Akronym bei der ersten Verwendung hinter die ausgeschriebene Bedeutung in Klammern zu setzen und bei jedem folgenden Auftreten nur noch das (nicht-redundante) Akronym zu verwenden.
Die Schlagzeilen der technikaffinen Medien werden überwiegend von tragbaren, multimedialen, eierlegenden Wollmilchsäuen, mit denen man manchmal sogar telefonieren kann, beherrscht. Dieser Beitrag wird daher zur Abwechslung mal Konsumgütern gewidmet, auf deren treue Dienste sich die Menschheit schon seit Äonen verlässt: Stühlen, Betten und sonstigem Sitz- und Liegemobiliar.

Denn nicht nur Technikgeräte machen werden mobil: So lässt einen z. B. diese Stuhlidee nirgends mehr im Regen stehen. Sondern sitzen. Mit diesem Bett wird zudem jede langweilige Nacht zu einer Achterbahnfahrt, vor allem wenn das Schlafzimmer direkt ans Treppenhaus angrenzt. Schnarchende Bettnachbarn kann man damit sicher auch hervorragend zum Schweigen wippen. Oder man lässt es das vibrationsempfindliche Bett selber tun. Apropos Bettnachbarn - diese lassen sich mit dem Sharing Pillow sicher sehr effektiv auf Distanz halten, um peinliche, natürlich völlig ungewollte Situationen zu vermeiden. Nach einer mehr oder weniger geruhsamen Nacht freut man sich dann am nächsten Tag auf seinen neuen Bürostuhl, der vor allem die Arbeit am Rechner sicherlich enorm erleichtert. In den Arbeitspausen freut man sich dafür um so mehr auf ruhige, entspannte Minuten auf der durch magnetische Abstoßungskräfte zum schweben ermächtigten Liege. So, ich muss nun leider aufhören, die Batterien meines Bürostuhls sind alle und ich muss noch das neueste Firmware-Update für mein Bett herunterladen. Schönes Wochenende.

Endlich verstehe ich, wozu man wasserdichte Handys baut: damit man Schirm-Handtaschen verwenden kann. Und natürlich für die Tauchkommunikation …
In Lybien bombadierte mich ein narzistischer, veganischer Affe aus einer Yuccapalme mit einer Jahrhunderte alten Kokusnuss. Das war wohl eines seiner Hobbies, neben Gallopieren. Ich zartbeseiteter Einfallspinsel erkannte die Miserie erstmal nicht. Doch als mich die Nuss periphär am Kopf traf, kreisten meine Gedanken im Nirvana. Wieder bei Sinnen krakelte ich aus dem Stehgreif: Faul! Dann aber bemerkte ich: Der Affe war eine brilliante, projezierte Atrappe - eine Lichtreflexion. Ein skuriler, mir wohlgesonnener Intelektueller, der neben einem Wachholder stand, wollte mir unentgeldlich weißmachen, das Orginal sei noch im Kreissaal unwiederruflich an Diabetis gestorben. Ich wollte dem Sunnyboy einen antialkoholischen Obulus in Form eines Brotleibs injezieren, doch mein Kontigent war erschöpft. Derweil schwebten schon die ersten Sterne am morgentlichen Firnament. Es war keine Gradwanderung mehr, es war ein Disaster. Ein weiterer Wehmutstropfen war insbesonders, dass meine Amalganfüllung - heute ja gang und gebe - dringend einer Reperatur bedurfte. Aber diese Internas finden Sie bestimmt totlangweilig. Na dann, nach mir die Sinnflut.
Wie so ein Text zustande kommt? Man nehme eine bestimmte Anzahl häufig gemachter Fehler und versuche, eine einigermaßen sinnvolle Geschichte daraus zu basteln. Viel Spaß beim Finden. Wer die korrekte Zahl nennt, gewinnt. Fast wie beim Lotto.

Bei “The Story Of Stuff” handelt es sich um ein herrliches, da einfach gemachtes Video, in dem Annie Leonard die vollständige Konsumkette mit all ihren Bestandteilen wie Ressourcengewinnung, Produktion, Verteilung, Verbrauch und Entsorgung niedrigschwellig, aber unglaublich authentisch erklärt und gleichzeitig auf die sozialen Probleme, wirtschaftlichen Faktoren und gesundheitlichen sowie ökologischen Konsequenzen eingeht. Trotz der Länge von 20 Minuten ein absoluter Gesehenwerdenmüsser. Konsumieren!
[u. a. via Werbeblogger]
[Video-Link; via Gizmodo]
Dazu ein netter Kommentar von Steve Jobs über die Konkurrenz (Sony): “Wir sind an der dicksten Stelle dünner als die an der dünnsten”. Ich mag ihn jedenfalls nicht, diesen viel zu groß geratenen und viel zu schweren 1700€-Taschenrechner. Ich mag solche Kaum-Was-Könner generell nicht. Die können kaum was. Aber klar, verdammt schick.